Steckbriefe MUS-E Artists

Veronika Klaus



Kunstsparten
Medienkunst
Gegenwartsmusik

 

Künstlerische Erfahrungen

Meine musikalischen Wurzeln liegen im eigenen Musizieren auf Geige, Klavier und mit der Stimme. Ich spielte in diversen Orchestern und in Electro-Bands.

Seit dem Studium arbeite ich vielfältig im Bereich der Medienkunst, immer mit dem Fokus auf den Klang. Mich interessiert das Gestalten von neuen Instrumenten und Klangwelten, die ich speziell für einen Raum oder eine bestimmte Aufgabe entwickle. Dabei widme ich mich ganz unterschiedlichen Fragestellungen: In meinen interaktiven Klang-Installationen beschäftigen mich die musikalisch-, kompositorischen Möglichkeiten, die sich für die Besucher ergeben, besonders der spielerische Zugang für Kinder ist mir dabei auch sehr wichtig. Ich konnte Installationen wie „Lippenbekenntnisse“ und „wechselsaitig“ an diversen Ausstellungen im In- und Ausland zeigen. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikern, seit zwei Jahren mit dem Oud-Spieler und Sänger Wael Sami Taha, kreiere ich mit einem Live-Elektronik-Setup neue Klangwelten. Gemeinsam suchen wir nach Verbindungen zwischen traditionellen ägyptischen Spielweisen und elektronischen Klängen. In meinen Kompositionen lote ich die klanglichen Grenzen zwischen elektronischen- und akustischen Klängen aus. Als Sound Designerin für Radio und Film gestalte ich Klänge und kreiere Atmosphären mit Geräuschen und Musik speziell für die jeweiligen Anforderungen.

 
Erfahrungen in der Gruppenarbeit mit und ohne Kinder

Im partizipativen Musikvermittlungsprojekt "Z Basel a mym See" konnten sich die Schülerinnen und Schüler einer 5. Klasse mittels musikalischer Medienkunst künstlerisch äussern. Während gut fünf Monaten arbeitete ich in Zusammenarbeit mit Irena Müller-Brozovic und Lilian Beidler mindestens zwei Wochenstunden mit den Kindern. Vor dem Konzert kamen zusätzliche Proben mit den Orchestermusikern und eine Intensivwoche dazu, in welcher der Gesamtablauf eingeübt und an Details gefeilt wurde. Mit dem Einsatz von Sensoren wie beispielsweise Lichtzellen oder Wii wurde Klanggestaltung mit Bewegungsabläufen kombiniert.


Im Rahmen meiner Anstellung als Assistentin der Studiengangsleitung von Musik und Medienkunst (HKB) unterrichte ich seit 2009 Gruppen in musikalischer Gestaltung und elektronischer Gehörbildung und unterstütze Studierende bei ihren Projekten.


Für das Projekt „Sypemeda“ betreute ich in Minsk (Belarus) die künstlerischen Projekte von StudentInnen von Musik und Medienkunst, die von August bis September 2012 mit RegisseurInnen, TänzerInnen und SchauspielerInnen aus Belarus arbeiteten.

 

Meine Motivation zur Tätigkeit im Programm MUS-E

Ich finde die Arbeit mit Kindern in vielerlei Hinsicht sehr bereichernd und ich finde es unglaublich wichtig, Kinder in ihrer Kreativität zu fördern und zu unterstützen. Ihre Sicht auf die Welt, ihre Ideen und Träume sind die Zukunft von morgen und den Kindern mit Hilfe von Musik und Medienkunst zu ermöglichen, diese zu äussern und zu verwirklichen finde ich wunderbar. Ausserdem ist es ein unglaublich spannender Prozess, ob der Funke springt und die eigenen künstlerischen Interessen auch bei den Kindern Begeisterung auslösen.

 
Was macht die Einzigartigkeit meiner Workshops aus

Ein Cellist spielte immer nur einen einzigen Ton. Seine Frau, die ihm oft beim Üben zuhörte, aber eher eine besonnene Art hatte, sagte schliesslich nach Jahren zu ihm: „Ich habe auch schon andern Musikern zugehört und die spielen meist verschiedene Töne, möchtest du nicht auch einmal einen andern Ton ausprobieren?“ Worauf der Cellist ruhig antwortet: „Weisst du, es gibt viele Musiker, die ihre Töne suchen, aber ich, ich habe meinen schon gefunden.“


Für mich ist diese Geschichte ein Sinnbild für das Musizieren und die Auseinandersetzung mit Klang. Es gibt so viele Töne und Instrumente, so viele Möglichkeiten mit Klang zu arbeiten und mit dem Computer sind der eigenen Fantasie kaum noch Grenzen gesetzt. Angesichts dieser Vielfalt suchen die meisten wohl lange oder immer wieder, bevor genau der eine Ton gefunden ist. Ich bin seit ich klein bin auf der Suche nach immer neuen Klängen und Spielweisen, nach neuen Instrumenten und medialen Umsetzungen und genau das möchte ich auch den Kindern ermöglichen: Die Welt der Klänge und Töne bietet viele faszinierende Möglichkeiten für den persönlichen Ausdruck und gerade mit Unterstützung der Neuen Medien kann ein ganz individueller Zugang zur Musik geschaffen werden. Selber Instrumente kreieren, Klänge aufnehmen und damit Kompositionen gestalten, die Möglichkeiten sind (fast) unbegrenzt. Ich entwickle und gestalte meine Workshops genau für die Bedürfnisse der jeweiligen Kinder, damit jedes seinen Zugang zur Musik finden kann.

 
Meine Vorgehensweise / Mein Arbeitsansatz

Die Kreativität der Kinder steht im Zentrum. Ich gestalte dem Workshop-Thema entsprechend eine Umgebung, in der die Kinder ihre Kreativität entfalten und ihren Ideen freien Lauf lassen können. Das kann je nach Alter und Interesse der Kinder ein ganz anderer Ansatz und ein ganz anderes Vorgehen sein. Von einer Klang-Installation, über eine Performance bis zum Hörspiel ist da alles möglich, Hauptsache der Prozess an sich macht Spass und ermöglicht den Kindern einen individuellen Ausdruck. Mir ist besonders wichtig, dass die Kinder ihre eigenen Ideen einbringen können. Mit Hilfe von Neuen Medien können sogar manche Träume Wirklichkeit werden: da rauscht plötzlich auf dem Schulhof das Meer, ein Stuhl beginnt zu sprechen oder mit dem Buntstift wird musiziert statt gemalt.

 

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